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Unsere Anästhesieabteilung

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Bis zum Jahre 1973 wurde die bei Operationen notwendige Narkose von einer Krankenschwester unter Anleitung des Operateurs durchgeführt. So war die Anerkennung der "Anästhesie" als eigenständige Fachdisziplin eine logische Folge der immer wichtiger werdenden Spezialisierung innerhalb der operativen Medizin. Das St. Josef-Hospital Beuel richtete zum 01.01.1974 eine eigene Fachabteilung "Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin" ein.

Was ist Anästhesie?
Anästhesie heißt übersetzt "nicht empfinden". In der Medizin bedeutet Anästhesie die gezielte Ausschaltung von Schmerzempfindungen bei Manipulation am menschlichen Körper. Mit Medikamenten kann von der Fingerkuppe bis hin zum ganzen Körper diese zeitlich begrenzte Schmerzunempfindlichkeit erreicht werden.

Welche Formen von Anästhesie gibt es?
Am bekanntesten ist die im Volksmund als "Vollnarkose" bezeichnete Allgemeinanästhesie, bei der der Patient in einen künstlichen Schlaf versetzt wird. Es ist aber durchaus möglich und üblich, die Schmerzfreiheit nur auf bestimmte Körperregionen zu begrenzen, beispielsweise durch eine rückenmarksnahe Anästhesie oder die Nervenblockade von Arm oder Bein.
Welche Anästhesieform zur Anwendung gelangt, ist sowohl abhängig von der Körperregion, die operiert werden soll, von der Art der Operation, als auch vom Wunsch des Patienten selber.

Wer arbeitet in der Anästhesie?
Ein Anästhesieteam besteht aus einem Arzt/Ärztin und einer Pflegekraft. Beide Berufsgruppen verfügen über eine berufliche Spezialisierung.
Ärztlicher Bereich: Nach dem Medizinstudium und erfolgter Zulassung, als Arzt/Ärztin tätig zu werden (so genannte Approbation), folgt eine fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt/Fachärztin für Anästhesie. Jeder Arzt/Ärztin muß in dieser Zeit eine feststehende Anzahl an vielfältigen Narkosen durchführen. Am Ende dieser Ausbildungszeit steht dann die Prüfung zum Facharzt/ärztin.
Pflegerischer Bereich: Nach der dreijährigen Ausbildung und staatlichen Prüfung zur examinierten Pflegekraft muß die Schwester/der Pfleger zunächst mindestens ein Jahr im Beruf tätig sein, davon wiederum mindestens ein halbes Jahr in der Anästhesie oder auf einer Intensivstation. Dann erfolgt eine berufsbegleitende, zwei Jahre dauernde Zusatzausbildung an einer Fachschule. Nach Ablauf dieser zwei Jahre erfolgt dann eine Prüfung in den Fachbereichen "Intensivpflege" und "Anästhesie" mit dem Abschluß als staatlich geprüfte Fachpflegekraft für Anästhesie und Intensivmedizin.

Und wie sicher ist die Anästhesie für den Patienten?
Nach seiner Ankunft im OP-Bereich bis zur Entlassung auf die Station wird jeder Patient engmaschig von seinem Anästhesieteam betreut. Die hierzu notwendigen Apparate ergänzen die Erfahrungen und das Fachwissen des Anästhesieteams. Auch wenn die Anzahl der Zwischenfälle mittlerweile unter einem Prozent liegt, sind Notfallmedikamente und Notfallgeräte jederzeit einsatzbereit.




Die Sicherheit des Patienten steht für uns an oberster Stelle!




Folgende Narkoseverfahren kommen zum Einsatz:
  • Intubationsnarkosen
  • Intubationsnarkosen mit zusätzlicher rückenmarksnaher Anästhesie
  • Kehlkopfmaskennarkosen
  • Maskennarkosen
  • rückenmarksnahe Anästhesien
  • total intravenöse Anästhesien (TIVA)
  • intravenöse Regionalanästhesien
  • Leitungsanästhesien
  • Lokalanästhesien
Im Jahr 2002 kamen diese Verfahren bei ca. 6000 Operationen in 5 Operationssälen zum Einsatz in folgenden operativen Disziplinen: Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Handchirurgie, Orthopädie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde.
Jedem Patienten steht bei der Operation ein Narkosearzt und eine erfahrene Pflegekraft zur Seite. Der Anästhesiearbeitsplatz ist mit den mondernsten Narkosegeräten ausgestattet, alle lebenswichtigen Körperfunktionen werden gleichzeitig auf einem Monitor überwacht. Sofern erforderlich, setzen wir die Betreuung auch nach der Operation auf der Intensivstation fort. So ermöglichen modernste Techniken in der Hand unserer erfahrenen Anästhesisten operative Eingriffe auch bei kritisch Kranken und alten Patienten, die vor Jahren noch undenkbar waren.



Anästhesiesprechstunde

In der Anästhesiesprechstunde stellen sich Patienten vor, die ambulant oder stationär operiert werden sollen. Nach einer eingehenden körperlichen Untersuchung durch den Narkosearzt wird mit Ihnen nach Auswertung Ihrer Krankengeschichte, gegebenenfalls von EKG, Röntgenbefunden der Brustorgane und Labordaten das optimale Narkoseverfahren besprochen. Ihre persönlichen Wünsche können Sie dabei vortragen. Sie helfen uns sehr, wenn Sie den an Sie ausgehändigten Bogen "Einwilligungserklärung zur Narkose" auf der Vorderseite aufmerksam durchlesen und auf der Rückseite ausfüllen. Für ambulante Operationen und für Operationen bei Kindern bis zum 18. Lebensjahr halten wir eine gesonderte Einwilligungserklärung vor. Eine kurze Beschreibung der gängigen Narkoseverfahren ist den Einverständniserklärungen angegliedert. So bleibt uns dann genügend Zeit, auf Ihre speziellen Fragen einzugehen. Die Sprechstunden werden abgehalten im 1. Stock, Zimmer 130.


Intensivstation

Die interdisziplinäre Intensivstation steht unter anästhesiologischer Leitung. An 7 mit modernster Technik ausgestatteten Bettplätzen in 1-Bett- und 2-Bettzimmern werden schwerkranke Patienten aller Fachabteilungen von einem kompetenten, engagierten Team ärztlicher und pflegerischer Fachkräfte rund um die Uhr versorgt, wobei die operativen Patienten von der Abteilung für Anästhesie betreut werden. Selbstverständlich behält der Patient den Kontakt zu den Ärzten der operativen Abteilungen. Für die Beatmung der internistischen Patienten ist ebenfalls die Abteilung für Anästhesie zuständig.

Eine Intermediate-Care-Station mit vier Überwachungsplätzen ist der Intensivstation angegliedert
Die interdisziplinäre Struktur der Intensivstation ermöglicht die bestmögliche Betreuung unserer Patienten in kritischen Situationen. Unsere Therapieleitlinien sind "evidence based" und werden bei dem rasanten Fortschritt der Medizin ständig aktualisiert. Im Mittelpunkt sehen wir jedoch immer den Patienten als Menschen, der unserer Fürsorge bedarf. Dabei ist uns auch der enge Kontakt zu den Angehörigen sehr wichtig. Es besteht ein Ethisches Konsil, das unter Einbeziehung der Angehörigen in besonderen Fällen über die Fortführung lebenserhaltender Maßnahmen befindet.



Unser Team
Chefarzt
Dr. med. Thomas Scheck
(Facharzt für Anästhesie)

3 Oberärzte
8 Assistenzärzte

8 Pflegerische Mitarbeite, davon
4 Fachpflegekräfte für Anästhesie und Intensivmedizin
Kontakt
Tel. (0228) 407 -0
Fax (0228) 407 -690
anaesthesie@krankenhaus-bonn.de



Beiträge in den Ausgaben der Zeitschrift "Josef-Hospital"

Ausgabe 08
Den Schmerz fest im Griff - modernes Schmerzmanagement
>download<


(PDF, 49 kB)
Ausgabe 12
Die Regionalanästhesie ist wirksam und risikoarm
>download<


(PDF, 84 kB)
Ausgabe 17
Großer Aufwand,
gute Chancen
Nicht nur Notfälle brauchen die Intensivstation
>download<


(PDF, 152 kB)
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